Was ist AD(H)S?

AD(H)S gehört zu der Gruppe der Hyperkinetischen Störungen

„Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.“ ICD10 2016

 

Was wird in der heilpädagogisch therapeutischen Übungseinheit gefördert?

Basisfertigkeiten wie z.B.

  • genau hinschauen, genau zuhören, genau beschreiben, genau nacherzählen, genau wiedergeben
  • Regeln einhalten

Reaktionskontrolle

  • Reaktionen/Impulse selbst steuern, sich selbst beruhigen, innehalten
  • über Handlungen nachdenken und reflektieren

Umgehen mit Ablenkung

  • Erhöhen und Rückführung der Aufmerksamkeit/Konzentration

Handlungsorganisation

  • z.B. Planen und Durchführen von (schulischen) Aufgaben

 Soziale Kompetenz

  • eigene Gefühle wahrnehmen und benennen
  • Gefühle anderer wahrnehmen und erkennen
  • Kontaktaufnahme und Kommunikation mit anderen
  • Lösungen für Konfliktsituationen durchdenken, bewerten und dann erst handeln

Selbstwertgefühl

 

Hilfreiches für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S

  • Klares Festsetzen, welches Verhalten erwartet wird - in ruhigem, bestimmten, freundlichen Ton.
  • Ankündigen, welche Tätigkeiten zu erledigen sind - Tagesplan in der Früh kurz durchgehen
  • Kein Eingehen auf "Motzen" oder verbales Verweigern.
  • Bei Kritik und Erörterung eines Problems unbedingt im Hier und Jetzt an der einen Situation bleiben, nicht ausholen und ausufern.
  • Nur Wesentliches einfordern, nicht an Kleinigkeiten herummeckern. Dabei eine sofortige, häufige Rückmeldung mit klarer, vorher abgesprochener Konsequenz.
  • Die Anstrengungsbereitschaft verstärken und loben und nicht nur das Handlungsergebnis bewerten.
  • Dabei nicht extrem loben oder strafen, das dies wieder extreme Reaktionen hervorruft.
  • Bei Erregungssteigerung: Blickkontakt wegnehmen.  Stimme senken.
  • Wichtig: häufiges nonverbalen oder sehr verkürztes Korrigieren z.B. auch durch Körperkontakt wie Berührung an der Schulter
  • Wenn Lautwerden nötig ist, keine Etikettierungen wie z.B. "Du bist das Letzte!" oder "Du landest noch auf der Straße", sondern ein knappes "Halt" oder "Hey!" oder "Stopp"
  • Extremwörter wie "ständig", "nie", "immer" vermeiden!
  • Geschwister bei Streit trennen, kein Petzen zulassen. Blickkontakt aufnehmen, "Stopp" sagen und die anderen aus der Streitzone schicken!
  • Bei Eskalationen ist rasches, direktives Eingreifen mit Trennen und Auszeit nötig. 
  • Niemals unmittelbar nach einer Eskalation über die Situation sprechen. Zum Tagesablauf übergehen und erst viel später das Problem nochmals thematisieren.
  • Im Gespräch immer erst etwas Positives mit dem Wort "und" vor etwas Negativem nennen.
  • Das Verhalten der Kinder bitte nicht persönlich nehmen!
  • Humor wirkt oft Wunder.
  • Freundliche Beharrlichkeit und Geduld!

 

Diagnostikstellen OÖ

Institut für Sinnes- und Sprachneurologie
Neurologisch linguistische Ambulanz
Seilerstätte 2, 4020 Linz
Tel.: 0732 7897 23700
E-mail: nla@bblinz.at, eva.ziebermayr@bblinz.at
Website: www.bblinz.at/nla

Typische Situationen werden beschrieben, Hintergründe erläutert und Handlungsmöglichkeiten für den Alltag vorgeschlagen.

Hilfestellungen und Anleitungen zum Umgang mit Lern- und Leistungsstörungen - wärmstens zu empfehlen
Hilfestellungen und Anleitungen zum Umgang mit Lern- und Leistungsstörungen - wärmstens zu empfehlen

Mein großer Bruder Matti

Dieses Buch hilft Hintergründe und Folgen von ADHS besser zu verstehen. Empfehlenswert ab 5 Jahren.

Erfolgreich lernen mit ADHS

Erfolgreich lernen mit ADHS

Dieser Ratgeber für Eltern bietet konkrete praktische Hilfestellungen für den Schulalltag.

Strategien, wie betroffene Jugendliche und Erwachsene sich selbst und Eltern ihren Kindern gezielt helfen können, Leistungsvermögen und Sozialverhalten zu verbessern.

Scroll to top
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!